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SIGNALRAUSCH
Was die Märkte bewegt — und warum.
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Dienstag 27. Oktober 2026
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LESEZEIT 2 MINUTEN
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| DIE LAGE Der Anthropic-Börsenprospekt hat die KI-Wette neu befeuert, während Brasiliens Währung einbricht und deutsche Anleger bei einem Immobilienfonds nicht mehr an ihr Geld kommen. |
WÄHRUNGENBrasiliens Real fällt so stark wie seit 1999 nichtLula hat die Stichwahl mit 51,79 Prozent gewonnen. Der Real verlor daraufhin an einem Tag so viel wie seit über 25 Jahren nicht, die Börse in São Paulo setzte den Handel zeitweise aus. Anleger hatten auf eine Regierung gesetzt, die die Staatsausgaben bremst. Jetzt rechnen sie mit dem Gegenteil. Der reale Leitzins – also nach Abzug der erwarteten Inflation – liegt bereits bei rund 9 Prozent, weil die Notenbank gegen hohe Ausgaben und hartnäckige Inflation ansteuern muss. Teures Kapital drückt Investitionen, der schwächere Real verteuert Importe und treibt die Inflation weiter. Was das heißt: Für Schwellenländerfonds ist Brasilien einer der größten Bausteine – die nächste Wendung zeigt sich daran, ob Lula bis Jahresende einen glaubwürdigen Haushaltsrahmen vorlegt. Quelle → |
ANLEIHENDie KI-Rechnung wandert in die KreditmärkteSpaceX hat sich bei Apollo 40 Milliarden Dollar Kredit gesichert, um Grafikchips zu kaufen. Anthropic beziffert in seinem Börsenprospekt die eigenen Rechenzentrumszusagen auf 800 Milliarden Dollar – bei weiter hohen Verlusten. Bisher zahlten die Konzerne den Ausbau aus laufenden Gewinnen. Jetzt kommt das Geld aus Schulden und von Privatkreditfonds. Chips verlieren schneller an Wert, als sich solche Kredite tilgen lassen. Bleibt die Nachfrage hinter den Plänen zurück, trifft der Ausfall nicht mehr nur Aktionäre, sondern Versicherer und Pensionskassen, die diese Kredite halten. Was das heißt: Ein Rückschlag im KI-Ausbau würde sich künftig zuerst in Kreditaufschlägen zeigen, nicht in Technologiekursen. Quelle → |
IMMOBILIENDWS zahlt nur noch zehn Prozent der Rückgabewünsche ausDie Deutsche-Bank-Tochter bedient beim Fonds Grundbesitz Europa nur noch 10 Prozent der fälligen Rücknahmeaufträge. Der Rest muss warten. Offene Immobilienfonds versprechen tägliche Rückgabe, halten aber Gebäude, die Monate bis zum Verkauf brauchen. Solange Anleihen 4 bis 5 Prozent bringen, wollen viele raus. Der Fonds müsste Objekte unter Druck verkaufen – und würde damit die Bewertungen der gesamten Branche nach unten ziehen. Die Deckelung verhindert das, verschiebt das Problem aber nur. Was das heißt: Wenn weitere Anbieter nachziehen, wird aus einem Liquiditätsproblem einzelner Fonds ein Preisproblem für europäische Gewerbeimmobilien insgesamt. Quelle → |
| ÜBERSEHEN Indiens IT-Dienstleister galten bis vor Kurzem als die Gewinner knapperer KI-Budgets. Infosys hat nun die Jahresprognose gesenkt und kassierte an einem Tag vier Herabstufungen. Das dreht die These um: Nicht nur Hardware-Hersteller stehen unter Druck, auch das Geschäft mit abrechenbaren Beratungsstunden schrumpft, wenn Kunden Routinearbeit automatisieren. Chinas Technologiebörse zeigt dasselbe Misstrauen – der STAR-50-Index liegt 40 Prozent unter seinem Juni-Stand. |
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Makroökonomie, Geopolitik, Märkte
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